Maximilian R. Stark - ein vergessener Künstler vom Sonnenberg


 

(*18.03.1922 in Görkau/ Sudetenland; †26.05.1998 in Leiferde)

 

 

Maximilian R. Stark wurde  am 18.03.1922 in  Görkau / Sudetenland, dem heutigen Jirkov geboren.

Sein Vater Franz Stark war Betreiber des „Elektrotheaters“ (Invaliden-Tonfilm-Theater) am Markt in Görkau.

 

Invaliden-Tonfilm-Theater in Görkau
 

 

1923 hatte er auch das Lichtspieltheater (Sonnenlichtspiele) in Chemnitz, Sonnenstraße 23 übernommen. Im Jahr darauf ist er Besitzer von Haus, Gaststätte und Kino, so weist es jedenfalls das Chemnitzer Adressbuch aus. 1931 steht im Adressbuch noch als Zusatz "in Görkau wohnhaft". Jedoch  von 1932 bis 1938 ist er in diesem nicht mehr zu finden. Die politischen Verhältnisse waren wohl daran schuld. 1940 ist er wieder als Besitzer der Sonnenlichtspiele im Adressbuch eingetragen. 


 

 

 

Kulmbacher Bierhallen/ Sonnenlichtspiele
 

 

Nach der Schule entschied sich Maximilian für den Bildhauerberuf.
1938/39 Studierte er in Bad Warmbrunn Holzbildhauerei und von 1939-42 an der Kunstakademie München Bildhauerei. Nach Kriegsdienst und Gefangenschaft arbeitete er in Chemnitz als Bildhauer. Da die Sonnenlichtspiele durch die Zerstörung am 5. März 1945 nach dem Krieg nicht mehr als Lichtspieltheater genutzt werden konnte, wurde der Raum nun von Stark und weiteren jungen Künstlern als Atelier genutzt.
Maximilian Stark wohnte später in der Dresdner Straße 66.
 

Dresdner Straße 66
 

 

Bereits 1948 waren Bildhauer-Zeichnungen von ihm im Kunsthaus Fichte ausgestellt. In den folgenden Jahren konnte man seine Kunstwerke u. a. in Mittelsächsischen Kunstausstellungen im Museum am Theaterplatz zu finden. Teilnahme an weiteren Ausstellungen z.B. in Freiberg.

1956 wurde Maximilian Stark beauftragt ein Thälmann Denkmal für Stralsund zu entwerfen. Sein Vorschlag wurde von Berlin abgelehnt, wie auch die Entwürfe anderer Künstler. Die für das Denkmal gesammelten Spenden wurden kurze Zeit später für den Bau eines Fahrgeschäftes verwendet.
 

1953 erhielt Stark von Architekt Willy Schönefeld (im Auftrag des Kirchenrates von St. Johannes Nepomuk) den Auftrag für eine 3m hohe Christusfigur.

 „in Steinguss abgetönt nach den Angaben des Architekten in gewischter oxydgrüner Tönung, Kugel und Reif in Blattvergoldung“, mit Namen „Auferstandener Christus“.

Die Blattvergoldung wurde aber nicht ausgeführt.

 
Christusfigur in der Apsis von St. Johannis Nepomik

 

Auferstandener Christus
 

1955 erhielt er einen weiteren Auftrag von der Katholischen Gemeinde St. Nepomuk, für einen „Kreuzweg in Stein“. Nach der Wende wurden von diesen Steintafeln Gipsgussmodelle angefertigt. Bei der Umgestaltung der Kirche, mit Turmanbau und Bau des Gemeindezentrums, konnten nach den Gipsmodellen Reliefs in Bronze  gegossen und in der Kirche aufgehängt werden.
 

Kreuzweg

Kreuzweg

Kreuzweg

Kreuzweg

1955/56 entstand für das „Pionierhaus“ ein Brunnen, der nach seiner Brunnenfigur „Hechtbrunnen“ genannt wurde. Leider ist davon heute nicht einmal mehr die Brunnenschale vorhanden, die viele Jahre als Blumenschale mit Grünpflanzen bestückt wurde. Vom Hecht gibt es schon lange keine Spur mehr.
 

Brunnen kurz nach der Einweihung des Pionierhauses
 

Brunnenschale mit Grünpflanzen
 

1958 ging Maximilian Stark schließlich in den Westen. Die Gründe dafür mögen zum Teil heftige Streitigkeiten unter Bildhauern gewesen sein, zum Teil lag es wohl auch an den politischen Gegebenheiten in der DDR.

Nachdem er zehn Jahre in Wolfsburg gelebt und gearbeitet hatte, zog er 1969 nach Gifhorn, später in die nahe Gemeinde Leiferde, wo er am 26.05.1998 starb. Sein Grab befindet sich auf dem Friedhof in Gifhorn.
 

Einige seiner Kunstwerke:
 

1953/54  „Auferstandener Christus“

1954       Plakette „Max Bernhard“, Gips

1955       Gipsmodelle „Kreuzweg“

1955/56  „Hechtbrunnen“

1962       „Kinder auf dem Laufbalken“ Wolfsburg –Vorsfelde

1963       Gifhorn Geschäftsstelle der GWG „Aufbau“ Relief
               „stehendes Mädchen in langem Kleid“
               „sitzender Faun mit Panflöte“
               „Familie“
               „liegende Figur in schwebender Pose“
               „liegende Figur“
               „Plasdtik“ Wolfsburg Kulturzentrum Hallenbad

1979       „Bewusstes Erleben“ Vöhrum vor der Kreissparkasse

1979       „Naturwissenschaften“ – „die Kralle“ am Silberkamp

1980       „Die Sage von der goldenen Brücke“ Brunnenrelief in Goldenstedt
               „stehende junge Frau mit Dreadlocks und ausgebreiteten Armen“
               „stehender weiblicher Akt“
               „Dynamik und Flexibilität“ Berufsschule Gifhorn
               „Flug“
               „Sehnsucht nach Freiheit“ JVA Celle

1981       „Schicke Schacke“ – Peiner Original auf dem Echternplatz

1983       Bronzebuch in der Schützenstraße, Peine

1987       „Begegnung“ Schützenstraße, Peine

1989       Bronzebuch auf dem Marktplatz, Peine

1989       Bronzebuch im Winkel, Peine

1990       Bronzebuch auf dem Hagenmarkt, Peine

1993       Gedenkstätte für Zivile Opfer des NS-Regimes Herzberg / nähe Kastanienallee
 

Kinder auf dem Laufbalken

"Aufbau"

Dynamik und Flexibilität

Die Sage von der goldenen Brücke

Schicke Schacke

Bronzebuch Echternplatz

Bronzebuch auf dem Marktplatz

Begegnung

Bronzebuch im Winkel

Bronzebuch auf dem Hagenmarkt

Fotos:1-Sammlung Paus; 2- Sammlung Eichhorn; 4-Archiv St. Johannes Nepomuk; alle anderen Fotos Paus

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